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Behelfsheim, ein Begriff, der in Zeiten von Krisen, Wachstumsdruck auf den Wohnungsmarkt oder großflächigen Bauprojekten häufiger fällt, beschreibt eine vorübergehende Wohnlösung, die schnell bezogen, genutzt und später wieder abgebaut oder verlegt werden kann. In diesem Leitfaden erhalten Leserinnen und Leser einen fundierten Überblick über Behelfsheim, dessen Typen, Planung, Bauweisen, rechtliche Rahmenbedingungen und praxisnahe Tipps für Betreiber, Mieterinnen und Mieter sowie Entscheidungsträger. Der Text richtet sich sowohl an Architektinnen und Architekten, Städtebau-Interessierte als auch an Menschen, die mehr über die praktischen Aspekte temporärer Unterkünfte erfahren möchten.

Behelfsheim: Definition, Zweck und Einsatzfelder

Ein Behelfsheim bezeichnet eine bewohnbare Struktur, die für eine begrenzte Zeit konzipiert ist. Es dient dem provisorischen Schutz vor Witterung, dem Bereitstellen eines sicheren Rückzugsortes oder der kurzfristigen Unterkunft während größerer Bauarbeiten, Umzüge oder Katastrophenereignisse. Die zentrale Idee hinter dem Behelfsheim ist Schnelligkeit, Flexibilität und Kosteneffizienz gegenüber einem dauerhaften Wohnbau. Oft spielt auch der Aspekt der reversiblen Nutzung eine Rolle: Nach Abschluss der Not- oder Übergangsphase wird das Behelfsheim abgebaut oder verlegt, ohne bleibende Spuren in der Umwelt zu hinterlassen.

Behelfsheime finden sich in vielen Kontexten wieder: von Katastrophenschutz und Flüchtlingshilfe über temporäre Sozialwohnungen bis hin zu Campus- oder Baustellenunterkünften. In vielen Städten gehört das Behelfsheim zum Repertoire städtischer Akteure, die schnell auf veränderte Bedarfe reagieren müssen. Die Gestaltungstiefe reicht von einfachen Zeltsystemen über modulare Fertigteile bis hin zu hochwertigen, langlebigen Lösungen, die den Ansprüchen an Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz gerecht werden.

Behelfsheim vs. Notunterkunft, Behelfsunterkunft und Temporäres Wohnen

Obwohl sich Begriffe ähneln, unterscheiden sich Behelfsheim, Notunterkunft, Behelfsunterkunft und temporäres Wohnen oft in Zweck, Dauer und baulichen Anforderungen. Behelfsheime zielen in der Regel auf planbare Übergangsphasen ab, während Notunterkünfte häufiger kurzfristig bereitstehen und höheren Krisencharakter besitzen. Behelfsunterkünfte können je nach Planungsrahmen stabile, wetterbeständige Strukturen sein, während temporäres Wohnen auch aus modularen oder adaptiven Systemen bestehen kann, die eine flexible Mieterstruktur ermöglichen. Die Abgrenzung ist manchmal fließend und hängt stark von regionalen Vorschriften, Förderprogrammen und der Zielsetzung der Betreiber ab.

Typen von Behelfsheim: Von einfachen Lösungen bis zu modularer Architektur

Behelfsheim lässt sich in verschiedene Typen einteilen, die sich durch Materialien, Bauweise und Nutzungsdauer unterscheiden. Die folgende Übersicht bietet Orientierungshilfe bei der Auswahl der passenden Lösung.

Behelfsheim in Leichtbauweise

In dieser Kategorie treffen leichte, vorübergehende Bauteile aufeinander: Stützrahmen aus Stahl oder Holz, Wände aus Kunststoffplatten oder Spanplatten, einfache Dämmung und eine minimalistische Haustechnik. Vorteil: Sehr schnelle Bauzeit, geringe Kosten, einfache Demontage. Nachteil: Eingeschränkte Wärme- und Schalldämmung, begrenzte Lebensdauer.

Modulare Behelfsheime

Modulare Systeme setzen auf fertige Module, die auf der Baustelle oder am Einsatzort zusammengeschoben werden. Jedes Modul enthält Schlaf-, Sanitär- und Gemeinschaftsbereiche, teils mit integrierter Heizung und Belüftung. Vorteile: Hohe Strukturstabilität, bessere Energieeffizienz, flexibler Grundriss. Nachteil: Höhere Anfangsinvestition, regelmäßige Wartung der Technik.

Behelfsheim aus nachhaltigen Materialien

Für Projekte mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit kommen Behelfsheime aus Holz, recycelten Materialien oder sozialverträglichen Baustoffen zum Einsatz. Diese Bauweisen legen Wert auf geringe ökologische Fußabdrücke, gute Innenraumqualität und lange Lebenszyklen. Dennoch bleiben sie in der Regel temporär nutzbar, sodass Planung und Rückbau berücksichtigt werden müssen.

Zelt- und werksmäßige Behelfsunterkünfte

Für extreme Schnelligkeit oder in sehr beengten Einsatzsituationen kommen Zeltstrukturen, geodätische Kuppeln oder Provisorien zum Einsatz. Diese Varianten sind besonders geeignet, wenn die Infrastruktur stark eingeschränkt ist oder eine kurzfristige Nutzung in der Übergangsphase vorgesehen ist. Sie liefern Schutz, sind aber oft weniger komfortabel und energieeffizient als feste Behelfsheime.

Planung, Sicherheit und ergonomische Aspekte in Behelfsheim

Eine erfolgreiche Behelfsheim-Planung berücksichtigt nicht nur Kosten, Zeitrahmen und Bauweisen, sondern auch Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner. Die folgenden Unterabschnitte zeigen zentrale Anforderungen und bewährte Vorgehen.

Raumprogramm und Grundrissgestaltung

Ein durchdachtes Behelfsheim-Raumprogramm berücksichtigt Schlaf-, Hygiene-, Aufenthalts- und Arbeitsbereiche. Je nach Zielgruppe können private Schlafräume, Gemeinschaftsküchen, Sanitäranlagen und barrierefreie Zugänge ein Must-have sein. Offen gestaltete Gemeinschaftsbereiche fördern soziale Interaktion, während Rückzugsräume Privatsphäre bieten. Moderner Behelfsheim-Entwurf setzt auf flexible Grundrisse, die sich je nach Belegung anpassen lassen.

Brandschutz und Sicherheit

Brandschutz ist ein zentraler Aspekt in jedem Behelfsheim. Brandauslösende Energiefresser, Feuerlöschgeräte, klare Fluchtwege, Notbeleuchtung und regelmäßige Brandschutzübungen gehören zur Basisausstattung. Die Wahl der Materialien hat direkten Einfluss auf das Brandverhalten: Brandschutzzertifizierte Systeme, feuerhemmende Wand- und Deckenkonstruktionen sowie gut abgetrennte Bereiche erhöhen die Sicherheit signifikant.

Belüftung, Luftqualität und Wärmemanagement

Eine gute Luftqualität steigert das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner. Behelfsheime sollten über eine kontrollierte Belüftung verfügen, idealerweise mit Wärmerückgewinnung, um Energieeffizienz zu sichern. Je nach Klima ist eine effektive Heizung in Kombination mit Dämmung wichtig, damit warme Innenräume auch bei niedrigen Außentemperaturen stabil bleiben.

Barrierefreiheit und Barrierearmut

Behelfsheime sollten so konzipiert sein, dass sie von Menschen mit unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen genutzt werden können. Breite Türen, ebene Zugänge, barrierefreie Sanitärräume und gut erreichbare Infrastruktur tragen wesentlich zur inklusiven Gestaltung bei.

Materialien und Bauweisen: Welche Behelfsheim-Lösung passt?

Die Materialwahl beeinflusst Langlebigkeit, Wartungskosten, Energieeffizienz und Lebensqualität. Hier sind die gängigsten Optionen:

Holzrahmenkonstruktionen und Leichtbauteile

Holz bietet eine natürliche Isolierung, gutes Raumklima und eine relativ kurze Bauzeit. Kombinationen aus Holzrahmen, Dämmplatten und Fassadenverkleidungen ermöglichen ansprechende Optik, während Demontage und Wiederverwendung möglich bleiben. Wartung ist jedoch wichtig, um Feuchtigkeitsschäden und Schädlingsbefall vorzubeugen.

Stahl- und Stahlbetonvarianten

Stahlrahmenstrukturen liefern hohe Stabilität, lange Lebensdauer und gute Brandschutzoptionen. Sie sind besonders geeignet, wenn Behelfsheim dauerhaft oder wetterexponiert positioniert wird. Die Bauteile lassen sich standardisieren und modular zusammenfügen, was eine schnelle Anpassung an Nutzungsänderungen erlaubt.

Verbundplatten, Kunststofftafeln und Cladding

Leichte Verkleidungen auf Basis von Kunststoff- oder Verbundplatten ermöglichen eine schnelle Ästhetik, sind wasserabweisend und relativ pflegeleicht. Sie sollten jedoch dauerhaft gegen UV-Strahlung und Witterung geschützt werden, um eine längere Lebensdauer sicherzustellen.

Nachhaltige Optionen

Behelfsheime mit recycelten Materialien oder lokal verfügbaren Ressourcen reduzieren Transportwege und Kosten. Zudem werden lokale Arbeitskräfte eingebunden, was soziale Vorteile mit sich bringt. Die Herausforderung liegt in der Langlebigkeit und der Einhaltung strenger Bauvorschriften.

Kosten, Finanzierung und Betriebsmodelle

Die Kosten für Behelfsheim variieren stark je nach Typ, Größe, Standort, Bauweise und technischen Anforderungen. Ein transparenter Blick auf Investitions- und Betriebskosten hilft Entscheidungsträgern und Nutzern gleichermaßen.

Initiale Investition vs. laufende Kosten

Behelfslösungen mit modularen Systemen können anfangs günstiger erscheinen, verursachen jedoch laufende Kosten für Wartung, Reinigung, Energieversorgung und eventuelle Mietzahlungen. Leichtbauvarianten weisen in der Regel niedrigere Anfangskosten auf, während hochwertige modulare Systeme langfristig oft Gesamtkostenvorteile durch geringeren Instandhaltungsbedarf bieten.

Förder- und Zuschussmöglichkeiten

Je nach Einsatzkontext (Katastrophenschutz, soziale Unterbringung, Bildungseinrichtungen) können Fördermittel von Bund, Ländern oder Kommunen beantragt werden. Förderprogramme unterstützen oft den Erwerb, den Bau oder die Modernisierung von Behelfsheim, besonders wenn Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Energieeffizienz im Fokus stehen.

Betriebsmodelle und Nutzungsdauer

Behelfsheime richten sich nach einer vorübergehenden Nutzungsdauer. Betreiber können unterschiedliche Modelle verfolgen, z.B. Vermietung an Dritte, Bewirtschaftung durch kommunale Träger oder öffentliche Einrichtungen, oder die Bereitstellung als Teil eines Bauprojekts. Die Wahl des Modells beeinflusst Wartungsaufwand, Haftung und Rechtsrahmen.

Rechtliche Rahmenbedingungen: Genehmigungen, Verträge und Sicherheit

Der rechtliche Rahmen bestimmt, ob und wie ein Behelfsheim umgesetzt werden kann. Er variiert je nach Land, Bundesland und kommunalen Vorgaben. In vielen Fällen sind Baugenehmigungen erforderlich, auch wenn es sich um temporäre Bauten handelt. Mietverträge, Nutzungsrechte, Brandschutzauflagen und Haftungsfragen müssen frühzeitig geklärt werden.

Baurechtliche Aspekte

Behelfsheime fallen oft in eine Grauzone zwischen Bau- und Nutzungsrecht. Kommunale Bebauungspläne, Zoneneinteilungen und die Einordnung als vorübergehende bauliche Anlage beeinflussen die Erforderlichkeit von Genehmigungen. Eine enge Abstimmung mit Bauaufsicht, Planern und Rechtsberatern reduziert das Risiko von Verzögerungen oder Nachforderungen.

Miet- und Nutzungsverträge

Für Behelfsheime, die als Unterkünfte dienen, sind klare Verträge unverzichtbar. Klauseln zu Mietdauer, Nebenkosten, Instandhaltung, Haftung und Kündigungsfristen sichern beide Seiten ab. Besonderes Augenmerk gilt dem Schutz sensibler Personendaten, Barrierefreiheit, Hygienestandards sowie der Organisation von Gemeinschaftsflächen.

Sicherheit, Haftung und Notfallmanagement

Bevor das Behelfsheim bezogen wird, müssen Evakuierungspläne, Brandschutzkonzepte und Notfallkommunikation erstellt werden. Die Stadt oder der Betreiber sollte Anlaufstellen für Beratung und Unterstützung bereitstellen. Regelmäßige Übungen, Wartung der Rauchmelder und klare Ansprechpersonen erhöhen die Sicherheit deutlich.

Einsatzgebiete: Von Katastrophenschutz bis Campus-Unterbringung

Behelfsheim findet sich in vielen Kontexten wieder. Die folgenden Beispiele zeigen gängige Anwendungsfelder und wie Behelfsheime dort Beiträge leisten.

Katastrophenschutz und Krisenmanagement

Nach Naturereignissen oder Großschadenslagen liefern Behelfsheime schnellen Schutz, Schlafmöglichkeiten und Hygienesysteme. Sie unterstützen vorübergehende Unterbringung von Betroffenen, Helfern oder Einsatzkräften, ermöglichen Koordination vor Ort und entlasten bestehende Infrastruktur.

Flüchtlingshilfe und soziale Unterbringung

Behelfsheime können in städtischen Gebieten als Übergangsunterkünfte dienen, während langfristige Lösungen entwickelt werden. Wichtige Aspekte sind hier Integration, Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, psychosoziale Betreuung und die Schaffung sicherer Lebensräume.

Bildungs- und Forschungssektoren

Campus- oder Forschungsinstitutionen setzen Behelfsheime oft für temporäre Wohnkapazitäten während Bau- oder Sanierungsphasen ein. Diese Lösungen ermöglichen es Studierenden oder Forscherinnen und Forschern, nahe am Standort zu wohnen, ohne langfristige Bauprojekte zu verzögern.

Baustellen- und Industrieunterkünfte

Auf Baustellen oder in industriellen Bereichen dienen Behelfsheime der Unterbringung von Fachpersonal, das zeitweise vor Ort arbeitet. Sie bieten Schlafkapseln, Gemeinschaftsräume, Sanitärzellen und Küchenbereiche in kompakter Form, damit Arbeitsabläufe nicht unterbrochen werden.

Behelfsheim im Kontext der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Die Frage nach Energieeffizienz drängt sich bei temporären Unterkünften besonders auf. Ein Behelfsheim kann trotz kurzer Nutzungsdauer effizient betrieben werden, wenn Dämmung, Belüftung und Heizsysteme vom Planungsbeginn an berücksichtigt werden.

Wärmedämmung und Heizung

Gute Dämmung reduziert Wärmeverluste und senkt Betriebskosten. Kombinierte Systeme aus Fußboden-, Wand- und Deckenisolierung in Verbindung mit effizienten Heizgeräten oder Wärmepumpen ermöglichen angenehme Innentemperaturen bei wechselnden Außentemperaturen. Regelmäßige Wartung der Heiztechnik sorgt für Sicherheit und Betriebssicherheit.

Belüftung und Innenraumluftqualität

Eine nachhaltige Behelfsheim-Lösung setzt auf kontrollierte Belüftung, idealerweise mit Wärmerückgewinnung. Frische Luft reduziert Feuchtigkeit, Schimmelbildung und Unwohlsein, besonders in geschlossenen Raumsituationen. Filter- und Wartungskonzepte verlängern die Lebensdauer der Anlage und verbessern Raumkomfort.

Energie- und Ressourceneffizienz

Behelfsheime lassen sich durch energieeffiziente Beleuchtung, wassersparende Armaturen, regenerierbare Energiequellen oder zentrale Energieversorgung betreiben. Durch Denkmuster wie Shared Facilities, zentrale Küchen oder Sanitäranlagen lassen sich Ressourcen bündeln und der ökologische Fußabdruck verringern.

Behelfsheim-Design: Lebensqualität, Privatsphäre und Gemeinschaft

Die Gestaltung eines Behelfsheims beeinflusst spürbar das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner. Wettbewerbsvorteile ergeben sich, wenn Architektur, Funktionalität und Atmosphäre harmonieren.

Privatsphäre vs. Gemeinschaft

Behelfsheime können so gestaltet sein, dass private Rückzugsbereiche vorhanden sind, während Gemeinschaftsküchen, Lounges oder Arbeitsräume soziale Interaktionen fördern. Flexible Raumtrennungen ermöglichen Anpassungen an die Belegung und individuelle Bedürfnisse.

Akustische Qualität

Schall tritt in temporären Bauten oft stärker zutage. Schalldämmende Wände, schallabsorbierende Deckenplatten und ruhige Bereiche tragen zu einer höheren Lebensqualität bei. Leichtbaukonstruktionen sollten akustisch optimiert werden, um störende Resonanzen zu minimieren.

Haptische & ästhetische Gestaltung

Eine gelungene Oberflächengestaltung erhöht das Wohlbefinden. Warme Materialien, natürliche Farben und klare Linien vermitteln eine positive Raumerfahrung. Selbst bei Behelfsheim lassen sich hochwertige Details integrieren, die den Eindruck eines festen Zuhauses verstärken.

Praxisnahe Tipps: Auswahl, Einkauf und Betrieb eines Behelfsheims

Für Gemeinden, Organisationen oder Unternehmen, die ein Behelfsheim planen oder betreiben, folgen hier praxisnahe Hinweise, die den Prozess strukturieren und Risiken minimieren.

Bedarfsanalyse und Zieldefinition

Zu Beginn klären: Wer nutzt das Behelfsheim, wie lange wird es genutzt, welche Hygienestandards sind zu erfüllen, und welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Eine klare Zieldefinition hilft bei der späteren Bewertung von Angeboten und der Einhaltung von Qualitätsstandards.

Anbieter- und Modellauswahl

Bei der Auswahl von Behelfsheim-Modulen gilt es, Referenzen, Zertifizierungen, Wartungsservice und Garantien zu prüfen. Eine detaillierte Spezifikation der Bauteile, der Dämmung, der Heiz- und Lüftungstechnik sowie der Brandschutzmaßnahmen erleichtert den Vergleich.

Standort, Infrastruktur und Logistik

Der Aufstellort prägt Kosten, Betrieb und Lebensqualität. Infrastruktur wie Strom, Wasser, Abwasser, Internetzugang und Anfahrtswege für Personal beeinflussen die Nachhaltigkeit des Projekts. Ein gut geplanter Standort reduziert Störungen, verbessert die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner und erleichtert die Wartung.

Wartung, Reinigung und Betriebsführung

Behelfsheime benötigen regelmäßige Wartung der Haustechnik, Reinigung der Gemeinschaftsflächen, Entsorgung von Abfällen und Überwachung der Sicherheitseinrichtungen. Ein festgelegter Wartungsplan minimiert Ausfallzeiten und erhöht die Lebensdauer der Anlage.

Partizipation und Kommunikation

Transparente Kommunikation mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie lokale Community-Vertreterinnen und -Vertretern verbessert das Zusammenleben. Regelmäßige Treffen, Feedback-Schlaufen und klare Ansprechpersonen fördern Kooperation und stärken das Vertrauen in das Behelfsheim.

Behelfsheim-Dokumentation: Transparenz, Monitoring und Berichterstattung

Eine strukturierte Dokumentation unterstützt Planung, Genehmigungsverfahren und öffentliche Akzeptanz. Sie umfasst technische Spezifikationen, Sicherheitskonzepte, Wartungsprotokolle und Finanzberichte. Transparenz erleichtert Evaluierungen und spätere Verbesserungen.

Technische Dokumentation

Alle Bau- und Technikdaten, Zertifikate, Herstellerangaben, Brandschutzkonzepte und Wartungsintervalle sollten zusammengefasst werden. Diese Informationen bilden die Grundlage für Inspektionen, Garantiefälle und spätere Erweiterungen.

Neben- und Betriebskostenjournal

Eine laufende Kostenaufstellung hilft, Budgets zu steuern und Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Transparente Abrechnung unterstützt auch interne Stakeholder und Fördergeber bei der Bewertung von Effizienz und Nutzen des Behelfsheims.

Häufige Missverständnisse rund um das Behelfsheim

Wie bei vielen Bautechnologien gibt es Mythen rund um Behelfsheime. Hier einige häufige Irrtümer und klare Gegenargumente:

Fallstudien und Praxisbeispiele

Um das Verständnis zu vertiefen, folgen drei exemplarische Fallstudien, die zeigen, wie Behelfsheime in unterschiedlichen Kontexten umgesetzt wurden.

Fallstudie A: Stadt X – Katastrophenschutzunterkunft nach Überschwemmung

Nach einer schweren Überschwemmung wurde ein Behelfsheim-Komplex in kurzer Zeit errichtet, der Platz für 120 Bewohnerinnen und Bewohner bot. Die Module verfügten über zentrale Warmwasserversorgung, barrierefreie Sanitäranlagen und eine gemeinschaftliche Mensa. Dank effizienter Wärmedämmung und Belüftung wurden warme Innenräume auch bei kaltem Wetter stabil gehalten. Das Projekt zeigte, wie eine gut koordinierte Planung mit Behörden, Hilfsorganisationen und Bauunternehmen den Übergang in eine stabilere Unterbringung ermöglicht.

Fallstudie B: Universität Y – Campus-Teillow-Unterkunft während Sanierung

Während größerer Renovierungsarbeiten wurde eine Behelfsheim-Lösung auf dem Campus eingesetzt, um Studierenden flexible Wohnmöglichkeiten zu bieten. Die modulare Bauweise erlaubte eine schnelle Anpassung an Fluktuationen in der Studierendenzahl. Die Einrichtung integrierte Shared-Workspaces, Lernräume und eine Küche, wodurch der Campusbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wurde.

Fallstudie C: Kommune Z – Sozialunterbringung mit nachhaltigen Materialien

Eine kommunale Initiative setzte auf Behelfsheime aus Holz mit lokaler Beschaffung und geringer Transportdistanz. Die Räume waren lichtdurchflutet, gut belüftet und barrierefrei. So wurden soziale Integration und Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner verbessert, während der ökologische Fußabdruck durch regionale Ressourcen minimiert wurde.

Behelfsheim: Zukunftsperspektiven, Trends und Innovationen

Die Entwicklung von Behelfsheim-Lösungen wird von mehreren Trends vorangetrieben. Hier einige zukunftsorientierte Perspektiven, die Sie kennen sollten.

Modulare Bauweisen und schnelle Anpassbarkeit

Neue modulare Systeme ermöglichen noch flexiblere Grundrisse, schnellere Lieferketten und geringere Bauzeiten. Durch standardisierte Module lassen sich Behelfsheime je nach Bedarf skalieren oder in bestehenden Gebäudekörper integrieren.

Intelligente Haustechnik

Bei modernen Behelfsheim-Konzepten kommen smarte Heiz- und Belüftungssysteme zum Einsatz, die Energieverbrauch datenbasiert steuern. Sensorik überwacht Luftqualität, Temperatur und Feuchtigkeit, um Komfort und Gesundheit zu sichern.

Nachhaltige Materialkreisläufe

Der Fokus auf Recycling, lokale Materialien und geschlossene Wasserkreisläufe gewinnt an Bedeutung. Behelfsheime können so zu Beispielprojekten werden, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch zukunftsweisend arbeiten.

Fazit: Behelfsheim als pragmatische Lösung mit Potenzial

Behelfsheim bietet in vielen Kontexten eine praktikable, schnelle und anpassungsfähige Lösung für temporäres Wohnen. Durch durchdachte Planung, hochwertige Bauweisen, Sicherheit, Energieeffizienz und einen Fokus auf Lebensqualität lässt sich Behelfsheim nicht lediglich als Notlösung begreifen, sondern als sinnvolles Element eines ganzheitlichen Stadt- und Infrastrukturkonzepts. Mit Blick auf Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Verantwortung und effiziente Ressourcennutzung können Behelfsheime einen echten Beitrag zur Bewältigung von Krisen und Übergangszeiten leisten.